Aufgabe des Erwachsenen (des neuen Lehrers)

Die wichtigste Aufgabe des Erwachsenen ist die Vorbereitung der Umgebung, damit das Kind die notwendigen Entwicklungsschritte machen kann.

 

Die vorbereitete Umgebung muss sich den wachsenden kindlichen Bedürfnissen anpassen können. Es herrscht Ordnung. Das Kind findet das Material immer am gleichen Platz. Die Regale stimmen mit den Massen des kindlichen Körpers überein, sie sind frei und offen zugänglich und nach Lernbereichen (Übungen des täglichen Lebens, Sprache, Mathematik, kosmische Erziehung) geordnet.

 

Sowohl der so den Bedürfnissen der kindlichen Entwicklung entgegen kommende vorbereitete Raum wie auch der freiheitliche, offene Umgang zwischen den Erwachsenen und den Kindern dient dazu, eine Atmosphäre der Geborgenheit und Sicherheit zu schaffen, in der ein konzentriertes und schöpferisches Arbeiten stattfinden kann.

 

"Vorbereitete Umgebung meint nicht Schonraum, der das wirkliche Leben ausschließt und dem Kind unrealistische Bedingungen anbietet. Das Kind findet Anreize und Herausforderungen vor, sich anzustrengen und intensiv zu arbeiten." Maria Montessori Das Kind findet in dieser Umgebung und den vorhandenen Materialien den "Schlüssel zu Welt".

 

"Unsere Kinder arbeiten freiwillig, voll Freude und voll tiefem Interesse: sie werden nicht müde von der Arbeit sondern glücklich. Wir überlassen es der Umgebung, das Kind in seiner Arbeit zu leiten." Maria Montessori, Grundlagen meiner Pädagogik.

 

Der Erwachsene achtet die vier Motivationsstufen des Kindes:

  1. Für ungeübte Kinder haben die Tätigkeiten einen Selbstzweck. Sie tun um des Tuns willen. Sie haben Freude am Tun und an der Bewegung und sind nicht am Ergebnis interessiert.
  2. Das Interesse und die Freude an der Genauigkeit und Vollständigkeit der Handlung ist da.
  3. Das Ergebnis des Tuns wird wichtig und die Freude des Kindes am Ergebnis. Das Ziel ist wichtig.
  4. Die erworbenen Fähigkeiten werden im täglichen Leben eingesetzt. Das Kind handelt jetzt für die Gemeinschaft.

 

So gilt der Satz eines Kindes im ersten Kinderhaus in San Lorenzo, Rom seit nun 103 Jahren noch immer:

"Hilf' mir, es selbst zu tun!"